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GNADENKIRCHE LohbrüggeEV.-LUTH.                                                      KINDERTAGESSTÄTTE                 Familienzentrum Hamburg - Lohbrügge

Wackelzahn
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Konzept  Wackelzahn

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EXPOSÉ
zur Pädagogischen Konzeption

der  Ev.-Luth. Kita Wackelzahn
mit dem angeschlossenen
Evangelisches Familienzentrum Lohbrügge
der Gnadenkirche in Hamburg-Lohbrügge

überarbeitete Fassung, Stand: Juli 2011


Kapitel 1  Die Kita Wackelzahn mit dem angeschlossenen Evangelischen                                                                                Familienzentrum Lohbrügge stellt sich vor

Die evangelisch-lutherische Gnadenkirchengemeinde in Hamburg-Lohbrügge ist seit der Inbetriebnahme 1970 Trägerin der Kindertagesstätte Wackelzahn und stetig darum bemüht, Menschen miteinander zu verbinden. Sie möchte ‚Anlaufstelle und Begleiter’ sein für Menschen jeglichen Alters aus allen Kulturen und Nationen mit all ihren spezifischen Problemen und Nöten.
Im Zuge der anstehenden Gemeindereform (Zusammenschluss mit zwei weiteren evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden in Hamburg-Lohbrügge) gilt es zudem, die Identität der Gnadenkirchengemeinde im Rahmen eines Regionalverbundes zu positionieren und grundsätzlich den Sinn bzw. die Aufgabe gemeinsamen kirchlichen Wirkens in Nordelbien herauszukristallisieren.
Ein erster Schritt wurde bereits 2002 gemacht. Die Gnadenkirche Lohbrügge schloss sich der Kindertagesstätten-Kooperation im ehemaligen Kirchenkreis Stormarn (KiKoS) an, die nach wie vor im neu geschaffenen Kirchenkreis Hamburg-Ost Bestand hat. Dieser Trägerverbund mit fast 30 evangelischen Kitas hat u. a. die Aufgabe
       >  Die Finanzierung der Kindertagesstätten in Zusammenarbeit mit den Kita-Leitungen und –Trägern zu steuern und somit die                                            betriebswirtschaftlichen Grundlagen zu sichern
       >  die Qualitätsstandards in der pädagogischen Arbeit der Kitas anzuheben bzw. zu sichern,
       >  zu einer gemeinsamen kirchlichen Identitätsbildung beizutragen
       >  den individuellen Interessen der Träger gegenüber der Behörde als Verband stärkeres Gewicht zu verleihen als bisher

Die Kindertagesstätte Wackelzahn mit ihrem angeschlossenen bzw. seit 2010 in Betrieb genommenen Ev. Familienzentrum Lohbrügge befindet sich in einem Wohngebiet im Nordwesten des Stadtteils Lohbrügge des Hamburger Bezirks Bergedorf - ein sozialer Brennpunkt mit entsprechenden Sucht-beratungsstellen, Migrations- bzw. Integrationsberatungsstellen, Selbsthilfeeinrichtungen, Mütter- bzw. Erziehungsberatungsstellen etc. - und ist die einzige kirchliche Einrichtung dieser Art in diesem Stadtteil. In direkter Nachbarschaft befinden sich u. a. noch einige Grundschulen, zwei Gymnasien, zwei weiteren Kindertagesstätten und einige Spielhäuser, Spielgruppen bzw. Eltern-Kind-Gruppen anderer Träger. Die Kita Wackelzahn muss sich somit der besonderen Herausforderung stellen, dass in ihrem unmittelbaren Einzugsbereich eine größere Anzahl von Einrichtungen mit entsprechenden Angeboten zur Kinderbetreuung vorhanden sind.

Mit den Sander Tannen und dem Grünen Zentrum, der ‚grünen Lunge’ Lohbrügges, sind zwei großflächige Grünanlagen in unmittelbarer Nähe der Kita Wackelzahn vorhanden, die bequem zu Fuß erreichbar sind und somit ideale Ausflugsziele für Kinder jeglichen Alters darstellen.
Dementsprechend ist auch das 1,4 ha große Kita-Außengelände geprägt: Naturnahe, kindgerechte Gestaltung rund um das Haus mit
       > einem großen Baumbestand (mit Eichen, Kastanien, Birken …), viel Stamm- bzw. Totholzmaterial und einigen Obstbäumen,
       > mit Blumen bzw. Zierpflanzen und einem eigenen Bauerngarten mit Obst- & Gemüseanbau, Kräuterspiralen etc.
       > einem großen Hainbuchentunnel/-spalier
       > zwei Holzhäusern und einem Baumhaus
       > einem kleinen Kletterseilgarten, ’Piraten-Kletterturm‘ und einer Hängebrücke
       > mehreren Sandspielbereichen bzw. Erdhügel, Baumscheiben, Feldsteinen bzw. Findlingen etc.
       > einem Wasserlauf mit Matschbereich
       > Rutsche und Nestschaukel
       > einem kleinen Bolzplatz
Der Außenspielbereich für die Krippenkinder ist in das Gesamtgelände integriert, gestalterisch durch Benjeshecke, Hainbuchenspalier und Flechtweidenzaun aber deutlich v. Spielbereich der Elementar- und Hortkinder getrennt!
Prägendes Element im kl. Außenspielbereich f. d. Jüngsten ist der mit Eichenholzstämmen eingerahmte Sandspielbereich, der im Sommer quasi direkt durch die Terrassentüren beider Gruppenräume zu erreichen ist. Im weiteren Geländeverlauf befinden sich dann ein kleiner Kletter-/Balancierparcours, eine Kleinkindschaukel und eine Kräuterspirale.


Funktions- bzw. Gruppenräume der Kita:
Die Funktionsräume/-bereiche des Wackelzahn gründen prinzipiell auf das pädagogische Konzept bzw. Leistungsangebot der ‘Offenen Arbeit‘. Es gibt nach wie vor keine festgelegten Gruppenräume, sondern spezielle Funktionsräume und ganze Funktionsbereiche, die - je nach Tageszeit – von ihren Möglichkeiten bzw. ihrer Ausstattung her auch unterschiedlich genutzt werden. Die Räume/Bereiche sind in Anlehnung an die Hamburger Bildungsempfehlungen dermaßen vielfältig ausgestattet, dass alle Kinder dort verschiedenste Sinnes- bzw. Körper- und Geisteserfahrungen machen können:
       > der Kreativbereich f. Künstler & Forscher
       > der Medien- und Kommunikationsbereich
       > der (integrative) Rollenspielbereich
       > die zwei neuen Bewegungsbereiche (sowohl im Erd- als auch im Obergeschoss)

In den insgesamt vier Räumen des Kreativbereiches - einem großen Atelier nebst einem kl. Rückzugs- bzw. Ausstellungsraum und zwei weiteren Forscherbereichen (davon ein Wasserspiel- und –forscherraum) - finden die Kinder vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten vor. Durch eine geschickte Raum(auf-)teilung ergeben sich mehrere so genannte ‘Lernwerkstattbereiche/-ecken‘ für das individuelle Lernen, Gestalten, Forschen:
auf Staffeleien & Leinwänden mit Bunt-, Filz- und Wachsstiften, mit Pinsel, Kreide oder mit den Händen/Fingern Zeichnen, Malen, Tuschen
mit Schere und Klebstoff, Knete, Holz, Korken, Perlen usw. Formen und Basteln
auf den Matsch/Ton- und Wassertischen mit Wasser, Sand, Ton/Lehm, Zweigen, Tannenzapfen, Nüssen u. a. Naturmaterialien kreativ sein
zu natürlichen Eigenschaften und Phänomenen von Luft, Wasser, Licht/Optik, Strom/Energie, Magnetismus, Akustik etc. im Naturforscher-Raum experimentieren

Der Medien- und Kommunikationsraum ist ebenfalls in kleinere Bereiche/Ecken unterteilt:
       > Schreib-, Sprach und Mathelernwerkstattbereiche, u. a. mit zwei PC-Arbeitsplätzen, ausgestattet mit spezieller Lernsoftware zur                                 Sprachförderung
       >  eine Bücher-/Leseecke mit Kuschelbereich inkl. Plüschsofas, Sitzkissen etc.
       >  unser Spiele-Stammtisch für Brett- und Kartenspiele in relativ ungestörter Atmosphäre.
Nach dem Mittagessen bzw. am Nachmittag können in diesem Raum Geschichten vorgelesen und /oder leise (Meditations-)Musik zur Entspannung gehört werden. Dieser Bereich ist zugleich Basisraum unserer Hort- und Vorschulkinder, der durch einen weiteren, kleinen Rückzugsraum im angrenzenden Flurbereich, den die Kinder häufig nutzen, erweiterbar ist.

Gegenüber des Medien- und Kommunikationsraumes befindet sich der umgestaltete Rollenspiel- und Baubereich. In diesem Raum finden die Kinder unterschiedlichste, situationsbezogene, handlungsorientierte Angebote und verschiedenste (Bau-)Materialien für Rollen- und Konstruktionsspiel vor:
       > eine Kinderwohnecke mit Kinderküche, Handpuppen und Kuscheltieren
       > eine kl. Theaterbühne mit Garderobenbereich für Kostüme, (Schmink-)Spiegeln und integrierter Kinderdisco für Karaoke-Veranstaltungen
       > einen Krämerladen
       > zwei Bau-/Konstruktionsecken, davon eine im unmittelbar anschließenden Flurbereich zwecks Möglichkeit zum ungestörten                                            Bauen/Konstruieren

Im hinteren Teil des Gebäudes befindet sich neben unserem ausgebauten Kinderrestaurant (= zwei größere Sitzbereiche, davon einer mit höhenverstellbaren Möbeln ausgestattet), in dem täglich drei Essensgruppen an rd. 40 Sitzplätzen essen, ein weiterer Funktionsraum – der neue Bewegungsraum: Hier können sich die Kinder in den unterschiedlichsten psychomotorischen Anforderungen – Klettern, Balancieren, Schaukeln usw. – üben und
       > die 2. Raumebene auf einem Kletter-/Spielpodest mit Seilen und Netzen erobern
       > an unterschiedlichen Schaukelvarianten der neuen Schaukelbalkenanlage schwingen
       > eine Bewegungsbaustelle mit Rollenrutsche, Schiefen Ebenen, Turnmatte und Sprungkasten konstruieren
Der an diesem Ort ursprünglich vorhandene Turn- und Toberaum wurde im Obergeschoss als Multifunktionsraum eingerichtet, in dem sich die Kinder nach Herzenslust austoben können. Gymnastikbälle und -reifen, Springseile, Schwungtücher usw. stehen ihnen dabei zur Verfügung.
Zudem wird dieser Raum auch für unsere Musik- bzw. Singprojekte genutzt: Canto Elementar für die 3-/4-jährigen, die Kindermusicals mit den Vorschulkindern oder auch für unseren Schulkinderchor

Der Wackelzahn-Krippenbereich bietet den Kindern neben
       > den beiden Basisräumen mit unterschiedl. päd. Nutzungsmöglichkeiten
       > einem Mal-Atelier
       > einem Ruhebereich mit Schlafpodest und angrenzendem Matratzenlager
       > zwei multifunktional nutzbaren, z. T. mit eingebauten Klapptischen ausgestatteten Essensbereichen
einen eigenen Vorraum zwecks trockener Unterbringungsmöglichkeit für die Kinderwagen und einen von den o. g. pädagogischen Bereichen abgetrennten Flur- bzw. Garderobenbereich.
Ein ganz wichtiger Aspekt in der Raumgestaltung kommt der altersangemessenen, heimeligen wie anregenden Farb- bzw. Materialgestaltung und Aus- bzw. Beleuchtung der Räumlichkeiten zu. So sind die o. g. Funktionsräume mit Sichtkontakt zum Außenbereich mit nahezu durchgehenden Fenster-flächen versehen und im Innenbereich mit Sichtfenstern ausgestattet, durch die die Kinder aus verschiedenen Räumen heraus miteinander kommunizieren können:
       > Die Gestaltung der Basisräume I und II trägt dem Bewegungsdrang, den Möglichkeiten unterschiedlichster Körpererfahrungen der Kinder,                      Rechnung. Elemente zum Schaukeln, Klettern, Balancieren, Bekrabbeln unter Berücksichtigung der Raumerfahrung sowohl am Boden als auch              in der 2. Ebene kommen hierbei zum Zug. Und: Die Kreativität der Kinder ist gefordert! Anhand zahlreicher Baumaterialien/-elemente können sie              sich ggf. ihre eigene kleine Bewegungslandschaft konstruieren.
       > In dem Malatelier können auch die Krippenkinder hemmungslos ’Künstler’ sein: Sie malen, experimentieren mit versch. Farbmaterialien an den                Tischen, den Staffeleien und auch auf dem Fußboden (eigens für die Krabbelkinder)!
       > Die Schlafbereiche sind Multifunktionsräume, u. a. ausgestattet mit einem Schlafpodest, die zum Schlafen als auch zum Klettern und Spielen                 einladen und somit pädagogisch vielseitig nutzbar sind.
       > Begehbare Wickeltische im sanitären Bereich sind selbstverständlich. Dazu auch in diesen Räumen viele abgehängte Spiegel, in denen sich                   die Kinder immer wieder selbst betrachten können.
       > Weitere beispielhafte Raumelemente sind:
           -Rückzugsbereiche bzw. –ecken für die Jüngsten und für deren Mütter (’Stillecken’)
           -Taktile Reize durch unterschiedliche Bodenbeschaffenheiten
           -Spiegel und Lauflernstangen, auch zum Hochziehen - damit können die Kinder das Panorama eines weiten Raumes erleben
           -Weitere Spiel- und Aktionsräume für die 1- 2 Jährigen: Puppenecke, verschiedene ’Forscherecken’ mit Lernwerkstatt-Charakter, Mal- und                        Manipulierbank usw.




Kapitel 2  Die pädagogische Arbeit

Unsere gesamte pädagogisch nutzbare Fläche über insgesamt 408 qm bietet Platz für max. 140 Kinder – abhängig von der Anzahl an Kindern, die im Halbtags oder Ganztags- bzw. im Krippen-, Elementar- oder Hortbereich und in der I-Gruppe in der Zeit von 06.00 bis 18.00 Uhr betreut werden sollen.
Halbtagskinder können sowohl über vier als auch über fünf Stunden vormittags in der Zeit von 8:00-12:00 bzw. 8:00 – 13:00 als auch nachmittags von 11:00/12:00-16:00 betreut werden. Eltern mit einer 5.Betreuungsstunde können ihre Kinder in der Kita entweder mit Mittagsverpflegung oder auch ohne betreuen lassen. Und es ist weiterhin möglich, bei Bedarf eine (oder mehr) zusätzliche Betreuungsstunde(n) bei uns ‘einzukaufen’. Das ist spontan für einen einzigen Tag für 6,50 €/Std. möglich bzw. auch über einen ganzen Monat mit dann anfallenden rd. 78 €/Monat. Ggf. kämen für das Mittagessen noch einmal 2,50 €/Tag bzw. 50 €/Monat hinzu.

Im Elementarbereich stehen den Eltern weiterhin folgende Leistungsangebote zur Verfügung:
       > teiltags, sechsstündig von 7:00-13:00 / 8:00-14:00 / 9:00-15:00
      
> ganztags, achtstündig v. 06:00-14:00 / 7:00-15:00 / 8:00-16:00 / 9:00-17:00
      
> ganztags, zehnstündig von 06:00-16:00 / 7:00-17:00 / 08:00-18:00
      
> ganztags, zwölfstündig von 06:00-18:00
      
> Seit 2010 werden von Behinderung bedrohte bzw. behinderte Kinder in einer Integrationsgruppe betreut: Für diese Kinder stellt                    der Wackelzahn sämtliche Leistungsarten der Eingliederungshilfe von tägl. 5 bis zu 12 Betreuungsstunden analog zu den                               Betreuungszeiten des Elementarbereiches zur Verfügung!

Im Krippenbereich gelten folgende Leistungsangebote:
       > halbtags, vierstündig – in der Regel von 8:00-12:00, aber bei Bedarf auch als 20-stündiges Wochenpaket mit unterschiedlichen                     Bedarfszeiten  innerhalb einer Woche nutzbar!
       > teiltags, sechsstündig von 7:00-13:00 / 8:00-14:00 / 9:00-15:00 bzw. bei Bedarf auch als 30-stündiges Wochenpaket mit                                        unterschiedlichen Bedarfszeiten innerhalb einer Woche nutzbar!
       > ganztags, achtstündig v. 06:00-14:00 / 7:00-15:00 / 8:00-16:00 / 9:00-17:00
       > ganztags, zehnstündig von 06:00-16:00 / 7:00-17:00 / 08:00-18:00
       > ganztags, zwölfstündig von 06:00-18:00

Bis zur Einführung der verlässlichen Ganztagsbetreuung an Schulen ab dem Schuljahr 2013/2014 nutzen die Hortkinder bis zum Alter von 14 Jahren folgende Leistungsangebote:
       > Hort, zweistündig von 13:00-15:00
       > Hort, dreistündig von 13:00-16:00 bzw. 07:00-08:00 & 13:00-15:00
       > Hort, fünfstündig von 06:00/7:00-8:00 & 13:00-16:00/17:00 bzw. von 13:00-18:00
       > Hort, siebenstündig von 06:00-08:00 & 13:00-18:00
       > Analog zu den Hortbetreuungszeiten können bei Bedarf und in Absprache mit der Kita-Leitung auch Anschlussbetreuungszeiten                     nach der Vorschule (A-VSK) in Anspruch genommen werden!

Beim Abholen achten alle Erzieher/innen darauf, dass die Kinder von den Bezugspersonen – Eltern, Großeltern, andere Verwandte und Bekannte abgeholt werden, die lt. Vertrag bzw. unterschriebenem Abholzettel ‘abholberechtigt’ sind. Anderen Personen geben wir die Kinder nicht mit!

Die Kita Wackelzahn ist in den Schulferien grundsätzlich geöffnet bzw. es wird mindestens eine Notgruppenbetreuung in dem besagten Zeitraum garantiert!
Zwischen Weihnachten und Neujahr arbeiten wir nicht. Zudem ist lt. Vertrag der Freitag nach Himmelfahrt grundsätzlich ein ‘Brückentag’, d. h. die Kita ist geschlossen, und es stehen uns noch vier weitere mögliche Schließtage pro Jahr für u. a. für (interne) Fortbildungen bzw. Konzeptionstage und für einen Betriebsausflug zur Verfügung…


Die Belegschaft in der Kindertagesstätte Wackelzahn besteht gegenwärtig insgesamt aus 22 Personen, darunter vier Mitarbeiterinnen aus dem Hauswirtschaftsbereich und ein Hausmeister.
Als unterstützende Kraft v. a. für unsere religionspädagogische Arbeit ist die Kantorin der Gnadenkirchengemeinde mit 5,0 Wochenstunden im Wackelzahn eingestellt. In dieser Zeit leitet bzw. begleitet sie Projekte/Gruppen wie unser jährliches Kindermusical, den Hortkinderchor und die wöchentlichen Kinder-Andachten.
Für den alltäglichen pädagogischen Betrieb sind (gegenwärtig) insgesamt sechzehn Mitarbeiter/innen verantwortlich:
       > Vier vollzeitbeschäftigte Erzieherinnen, darunter eine verantwortliche Leitung für die Hortgruppe und für die Vorschulkinder/Vorschulbande, die                    ebenfalls als zertifizierte Kinderschutzfachkraft ausgebildet und als solche im Wackelzahn tätig ist.
           Zwei weitere Mitarbeiterinnen haben ihren Schwerpunkt in der integrativen (Früh-)Förderung, beide mit einer heilpädagogischen (Zusatz-)                           Qualifikation – die vierte vollbeschäftigte Kollegin einen päd. Schwerpunkt in der naturwissenschaftlichen Frühförderung (mit Zertifikat)
       > Acht teilzeitbeschäftigte Erzieherinnen:
           - eine ständige stellvertretende und freigestellte Leitung und Sozialfachwirtin(zugleich auch stellvertretende Leitung des angeschlossenen                          Familienzentrums und pädagogische Leitung in der Krippe), Sicherheitsbeauftragte der Einrichtung und zugleich verantwortlich für die                               Umsetzung/ Einhaltung der Maßnahmen zum Arbeitsschutz
           - zwei hauptverantwortliche Mitarbeiterinnen für die Sprachförderung mit weiteren Schwerpunkten in der ’Musikalische Frühförderung’ bzw. im                       ’Kreativen Gestalten‘.
           - drei weitere Mitarbeiterinnen im Krippenbereich, zwei davon als Gruppenleitungen
           - eine dritte pädagogische Kraft in unserer I-Gruppe (s.o.)
           - eine ständige Vertretungs-/Springerkraft
       > Vier sozialpädagogische Assistentinnen,
           - davon eine in Vollzeit mit einer theologisch-religionspädagogischen Aufbauqualifizierung (TRA) und auch als unterstützende Kraft im                                 Hortbereich mit eingesetzt,
           - eine weitere teilzeitbeschäftigte Mitarbeiterin in der Krippe mit dem Schwerpunkt ‘Bewegungsangebote für unter 3-jährige‘
           - zwei weitere, geringfügig beschäftigte Teilzeitkräfte als ständige Vertretungen explizit für den Krippenbereich bzw. ggf. auch für den                                  Elementarbereich.
       > Und zu guter Letzt: Der freigestellte Leiter der Kindertagesstätte Wackelzahn mit dem angeschlossenen Familienzentrum und                                          Diplompädagoge mit dem (Studien-)Schwerpunkt Umweltbildung für Kinder und Jugendliche im außerschulischen Bereich.


Institutionen, die vorrangig in der Frühförder-, Elementar- b zw. Vorschulpädagogik tätig sind, müssen sich als ‘Erziehungspartner’ der Eltern begreifen. Kindertagesstätten u. ä. Einrichtungen werden in erster Linie den Erziehungsprozess ergänzen, können die elterliche Rolle aber nicht ersetzen.
In Übereinstimmung mit unserem Leistungsangebot und dem Bewusstsein, eine sehr große Verantwortung für eine positive Persönlichkeitsentwicklung jedes einzelnen Kindes in seinem entsprechenden Alter zu haben, möchten wir – in Absprache und Zusammenarbeit mit den Eltern - unseren Kindern eine Unterstützung sein, indem wir intensiv daran arbeiten,
       > jedes Kind durch unsere Angebote zu erreichen bzw. ihm gerecht zu werden
       > die soziale, emotional-affektive, kognitive, psycho- und sensomotorische Entwicklung individuell und altersgemäß zu fördern
       > dass jedes Kind sich zu einer selbstständigen Persönlichkeit entwickeln kann, da die dafür notwendigen Grundlagen bereits in diesem Alter                      gelegt werden müssen
       > durch die Einbeziehung des sozialen Umfeldes mit seinen Normen und Regelungen und den aktuellen gesellschaftspolitischen Entwicklungen                   und Lebensbedingungen die Kinder auf ihre Zukunft mit all ihren möglichen Veränderungen - bsplsw. die Schule als nächsten größeren                            Lebensabschnitt - vorzubereiten.
In diesem Sinne kommt den Kindertageseinrichtungen und der Qualität, dem ‘Wert‘ ihrer Arbeit bzw. ihres Angebotes eine ganz entscheidende, elementare Bedeutung zu: Sie sind neben den Eltern wichtiger Impulsgeber für eine fördernde Entwicklung der Kinder, damit sie den Herausforderungen ihrer (unmittelbaren) Zukunft begegnen können und mit diesen umgehen lernen.
Wir möchten - gemäß den unterschiedlichen Qualifikationen der einzelnen Mitarbeiter/innen - Anregungen für eine konstruktiv-positive, altersadäquate körperliche, geistige und soziale Entwicklung der Kinder geben. Dabei ist es für uns äußerst wichtig, nicht nur zu beachten, dass jedes Kind sich von den anderen bezüglich seiner Persönlichkeit und Individualität bzw. seiner sozialen und kulturellen Herkunft unterscheidet, sondern dass wir diese Unterschiede zum Gegenstand unserer pädagogischen Arbeit bzw. Angebote machen.

Wichtige Grundsteine einer positiven Persönlichkeit, eines starken Charakters sind die Entwicklung von Handlungskompetenzen, Selbstbewusstsein & Resilienz, Selbständigkeit, kommunikative Kompetenz, Kritikfähigkeit und Solidarität. Die Kinder sollen Fähigkeiten entwickeln, die helfen eine für sie neue, ungewohnte Situation zu bewältigen. Dazu ist es notwendig, dass wir Erwachsenen uns in die Lage, besser: in die Gefühlswelt der Kinder versetzen können und die Welt aus ihrer Perspektive betrachten lernen.
Kinder sind für uns Erzieher/innen somit ‘Subjekte’ ihrer eigenen, individuellen Erfahrungs- bzw. Aneignungsprozesse. Sie sind eben nicht ‘Objekte’ angebotener Bildungsangebote, sondern kooperieren im Rahmen ihrer Möglichkeiten mit den Pädagogen/innen, um über konkrete Lernangebote mit zu entscheiden und diese ggf. mit zu planen und letztendlich mit entsprechenden (Lern-)Erfolgen durchzuführen. Wenn die Kinder - unter Einbeziehung bzw. Berücksichtigung ihrer individuell vorhandenen Kompetenzen - schon in der Entscheidungs- bzw. Entwicklungsphase beteiligt und mit in die Verantwortung genommen werden, sind nachfolgende Lernerfahrungen und -erfolge nicht nur wahrscheinlicher sondern auch intensiver bzw. umfangreicher: Gemeinsam entwickelte und begangene Lernprozesse stärken das Gefühl der Identifikation, des Miteinanders, der Solidarität und erfordern angemessene kommunikative Kompetenzen aller Beteiligten.

Pädagogische Gruppenarbeit mit einem offenen Raumkonzept
In der Kita Wackelzahn wird prinzipiell situationsorientiert gearbeitet. Grundsätzlich bestimmen eher handlungs- denn lernzielorientierte Ansätze unsere pädagogische Arbeit.
Dabei versuchen wir, die unterschiedlichen Lebens(um-)welten bzw. -bedingungen unserer Kinder/ Familien im Rahmen unseres Leistungsangebotes in einem offenen und dynamischen Prozess miteinander zu verbinden: Es werden regelmäßig Lernsituationen organisiert, die sowohl vom Weg als auch vom Ergebnis, vom ‘Handlungsprodukt’ her offen (“Try and Error“), sprich: von den pädagogischen Fachkräften nicht grundsätzlich vorgegeben sind. Dahinter steckt das bereits erwähnte bzw. im Wackelzahn angewendete pädagogische Prinzip, die Eigeninitiative, Selbsttätigkeit und Selbständigkeit, die Phantasie und Kreativität und letztendlich die Problemlösekompetenzen der Kinder zu fördern.
Die Pädagoginnen initiieren Lernprozesse durch ein entsprechend vielfältiges, ‘am Leben orientiertes’ Angebot – unter Berücksichtigung individueller Besonderheiten, Entwicklungsstadien und Bedürfnisse der Kinder: Sie erkennen die Stärken und Schwächen ’ihrer‘ Kinder (soll heißen: für die sie in ihrer Funktion als Patin verantwortlich sind) und holen sie dort ab, wo sie von ihrer Entwicklung her stehen. Insofern ist es von entscheidender Bedeutung und (tägliche Herausforderung zugleich) für eine erfolgreiche raumoffene, gruppenpädagogische Arbeit mit entsprechend entwickelten, ’erfolgreichen‘ individual- und gruppendynamischen Lernprozessen, dass die Angebote in Bezug auf Inhalte, Material, Einstieg etc. altersadäquat bzw. didaktisch angemessen aufbereitet und somit für alle Kinder verständlich bzw. nachvollziehbar sind!
Und damit unsere Kinder schrittweise in diese Arbeits- bzw. Sozialformen mit all ihren Abläufen, Prinzipien und Regeln hineinwachsen, ist deren kontinuierliche Umsetzung unumgänglich (s. auch Kapitel 3). Dass auf diese Weise zudem eine ständig wachsende Vertrautheit der Kinder mit der räumlich-materiellen Ausstattung unseres ‘Hauses der vielfältigen Räume’ heranwächst, versteht sich von selbst.
Da die Rahmenbedingungen hinsichtlich der Ausstattung mit päd. Personal und entsprechenden Zeitressourcen für eine ausreichende Vor- und Nachbereitung, für gemeinsame Planungen, Absprachen u. ä. den notwendigen ressourcenintensiven Ansprüchen der Offenen Arbeit gegenwärtig nicht genügen, arbeiten die pädagogischen Fachkräfte seit dem Kita-Jahr 2010/2011 konsequent mit ’festen‘ Gruppen im Rahmen Offener Raumstrukturen: Über einen festgelegten, transparenten (da ausgehängten) Raumnutzungsplan wechseln die Wackelzahn-Kinder mit ihren Patinnen in der Regel innerhalb einer Woche die jeweiligen Funktionsräume/Lernwerkstatt-Bereiche. Somit ist gewährleistet, dass unsere Elementarkinder (in der Krippe verhält es sich ähnlich) alle an den Hamburger Bildungsempfehlungen orientierte, räumlich-gestalterische Angebote kontinuierlich ’durchlaufen‘!
Bedeutende methodisch-didaktische Bausteine, die auch schon in der Offenen Arbeit angewendet wurden, wurden auch in den gruppenpädagogischen Alltag des Wackelzahn integriert: Der Morgenkreis, Angebots- und Freispielphasen, ’auf Wunsch‘ der selbständige Raumwechsel einzelner Kinder in Abstimmung mit den jeweiligen ‘betroffenen‘ KollegInnen, der Tages- und Wochenplan, die spezifische Angebotsplanung (z. B. für Klein- und Kleinstgruppen) und v. a. auch die regelmäßige, z. T. gruppenübergreifende Projektarbeit.

Die (Paten-)Gruppen bzw. Morgenkreise, begleitet von jeweils zwei pädagogischen Fachkräften, sind bezüglich des Alters, des Geschlechts und der kulturellen Herkunft heterogen zusammengestellt. Dabei ist eine pädagogische Fachkraft bzw. Patin für zehn bis zwölf Kinder verantwortlich – jeweils zwei Mitarbeiterinnen leiten einen Morgenkreis (= eine Gruppe) mit durchschnittlich 20-24 Kindern. Insgesamt gibt es drei Wackelzahn-Morgenkreise/-Gruppen mit Kindern im Alter von (fast) 3 bis knapp fünf Jahren.
Die Schul- und Vorschulkinder bilden jeweils eine feste Gruppe für sich. Unsere ‘Schulis‘ profitieren dabei auch von den offenen Raumstrukturen und können nach der Haussaufgabenphase ihre eigenen Ideen und Bedürfnisse in allen Funktionsräumen des Hauses umsetzen (die Krippe ausgenommen!) – immer unter Berücksichtigung der jüngeren Ganztagskinder bzw. der ’Hausregeln‘ (siehe Anhang).
Die Vorschulbande der Kita Wackelzahn unterliegt - wie die anderen Elementarkindergruppen - auch dem o. g. rotierenden Raumnutzungsprinzip. Basisraum der Vorschulkinder ist der Kommunikations- und Medienbereich, den sie an zwei Tagen in der Woche belegen.
 
Der Frühdienst v. 06:00-08:00 findet i. d. R. nur in einem Funktionsraum statt, währenddessen in der Frühstückszeit v. 08:00-09:00 die Funktionsräume offen für alle sind.
Etwas anders stellt sich das bei speziellen Angeboten für kleinere bzw. Kleinstgruppen dar, die häufig auch zwischen 08.00 und 09.00 durchgeführt werden. Angebote mit individuellem Fördercharakter - z. B. das Projekt Schlaumäuse im Rahmen unserer Sprachförderung, aber auch musisch-spielerische Ersterfahrungen mit der englischen Sprache im Rahmen des Birdie-Bird-Programms - beanspruchen eine Atmosphäre der Ruhe und Konzentration. Dann werden die Türen geschlossen.

Ein wesentlicher pädagogischer Schwerpunkt der Kita besteht in der gezielten Förderung der Sprachentwicklung im Deutschen. Durch die entsprechende Förderung der bedürftigen Kinder, individuell bzw. in Klein- und Kleinstgruppen, mit speziellen Lern- und Spielmaterialien, ist es den mit ihnen arbeitenden Kolleginnen möglich, intensiv und direkt auf vorhandene Entwicklungsschwierigkeiten bzw. –verzögerungen in der deutschen Sprache einzugehen und das Sprachniveau der betroffenen Kinder dadurch in angemessenen, auf einander aufbauenden Lernschritten auf das allgemein übliche Niveau ihrer jeweiligen ‘Altersklasse’ anzuheben (siehe Anhang).


                                                                         Der Tagesablauf in der Kita Wackelzahn

                                                                                                       Zeitschiene

 

 06:00

 06:15

Für alle:
Bringezeit
Frühstückszeit/
Freispielphase/

Angebote f. d. Gruppen in allen Funktionsräumen!

Die Kita ist geöffnet: Die ersten Ganztags- und Hortkinder kommen

Die Hortkinder gehen zur Schule

 

08:00

Mo, Mi., Fr.: Sprachförderung f. d. Schlaumäuse
 Di. & Do.: Englisch Lernen mit Birdie-Bird

09:00

09.00

Alle Morgenkreise kommen zusammen

Kernzeit/Angebotsphas im Elementar-
als auch Krippenbereich
montags bis freitags:
Vorschularbeit mit d. Vorschulbande

09:30

Beginn der 1. Angebots-/Freispielphase
 

ab 10:30

Beginn der 2. Angebots-/Freispielphase

11:15

11:15

Alle räumen auf, gehen anschl. z. Essen

Die Krippenkinder essen in ’ihrem‘
Kinderrestaurant

11:30

Die ersten zwei Ele-Kindergruppen essen im neuen großen Kinderrestaurant

12:00

Die Ganztagskinder i. d. Krippe gehen schlafen

12:15

12:15

Die Ele-Kindergruppen drei und vier essen im neuen großen Kinderrestaurant

1. Abholphase:
Die ersten Halbtagskinder werden aus der Krippe abgeholt!

13:00

13:00

2. Angebotsphase (z. B. das Projekt Papillo)/
Freispiel:
 Alle Kinder sind i. d. R. draußen!
Die Hortkinder kommen aus der Schule
 und essen im großen Kinderrestaurant

1. Abholphase der Halbtagskinder aus dem Elementarbereich

14:00

14:00

Die Schulis machen ihre Hausaufgaben

3. Abholphase:
Die 6-Std.-Kinder werden abgeholt      (-15.00!)
↔ Die Ganztagskrippenkinder wachen auf!

 

15:00

14:30

‘Nachmittagsimbiss’ für alle kleinen und großen Wackelzähne

Freispielphase der Schulis;
Projektangebote, z. B. der Schulkinderchor

16.00

 

18.00

Beginn der 4. Abholphase bzw. des Spätdienstes:
Die Ganztagskinder werden
abgeholt (- 18.00!)

Alle Kinder sind abgeholt → Die Kita schließt!




Die Eingewöhnungsphase neuer Kinder 
Die Dauer der Eingewöhnungszeit richtet sich danach, wie schwer sich das Kind an die neue Umgebung gewöhnt. Je nach Alter bzw. Entwicklungsstand des Kindes, je nach der für die Eltern bzw. für das Kind benötigte Zeit des  ‘Loslassens‘ erstreckt sich diese Phase somit über einen Zeitraum von einer bis vier Wochen.
In dieser Zeit begleiten und unterstützen die Eltern - in wenigen Fällen auch die Großeltern - i. d. R. den Eingewöhnungsprozess. Allerdings gibt es Ausnahmen, z. B. bei kurzfristiger Arbeitsaufnahme der Mutter, so dass keine Eingewöhnungszeit im o. g. Sinne mehr möglich ist!  Die Kita hat einen Eingewöhnungsverlauf mit einer entsprechenden Zeitschiene als Handout zusammengestellt und vervielfältigt, das den Eltern bei Bedarf zur Verfügung gestellt wird.

Diese vier Schritte - in Anlehnung an das  Berliner Modell - sind für die Eingewöhnung sowohl von neuen Elementar- als auch Krippenkindern für alle Wackelzahn-PädagogInnen maßgebend:
 
1. Frühzeitige Informationen der Eltern
Wir informieren die Eltern rechtzeitig über ihre Rolle bei der Eingewöhnung, über den geplanten Ablauf insgesamt, stärken Sie in ihrer Rolle als Bindungspartner für ihr Kind und erläutern ihnen die Wichtigkeit ihrer Anwesenheit während des Eingewöhnungsprozesses.

2. Dreitägige Grundphase
Ein Elternteil kommt 3 Tage mit dem Kind in unseren Elementar- bzw. Krippenbereich. Beide gewöhnen sich ca.1-2 Stunden an die neue Umgebung und gehen dann wieder. In diesen ersten Tagen findet i. d. R. kein Trennungsversuch statt. Das Elternteil verhält sich weitestgehend passiv, schenkt aber dem Kind volle Aufmerksamkeit - das Elternteil als sichere Basis! Die pädagogische Fachkraft/Patin des Kindes nimmt vorsichtig Kontakt auf – je nach persönlich-professioneller Einschätzung der vorhandenen individuellen Befindlichkeiten des Kindes und/oder des Elternteils bzw. der Gesamtlage.

3. Stabilisierungsphase (1. - 2. Woche)
Für die Krippe: Erste Beteiligung der Patin beim Füttern und Wickeln unter Beobachtung des Verhaltens, der Reaktion des Kindes.
Für den Krippen- wie Elementarbereich: Das Elternteil verabschiedet sich vom Kind und verlässt den Gruppenraum, bleibt aber in der Kita.

4. Schlussphase (2. – max. 4. Woche)
Das Elternteil hält sich nicht mehr in der Einrichtung auf, ist aber jederzeit erreichbar. Die Eingewöhnung ist beendet, wenn das Kind sich schnell von der Patin trösten lässt und grundsätzlich in guter Stimmung spielend die für sich neue, spannende bzw. anregende Kita-Umgebung erkundet.
Die neuen Kinder werden gleichermaßen auf die einzelnen pädagogischen Mitarbeiterinnen bzw. Patinnen der Kita verteilt. Dabei muss allerdings beachtet werden, dass die Eingewöhnungszeit der Kinder nicht mit Abwesenheitszeiten wie Urlaub oder Fortbildungen der für sie zuständigen neuen Patinnen kollidiert. Zudem ist die zweite Kollegin, die ‘Partnerin’ im Funktionsraum bzw. für den Morgenkreis zugleich eine zweite Bezugsperson für das neue Kind, falls die eigentliche Patin z. B. aus krankheitsbedingten Gründen ausfällt.
Es zeigt sich immer wieder, dass sich neue Kinder in den ersten Wochen, tlw. Monaten kaum von ihren Patinnen lösen, die sich dann entsprechend intensiver um eben diese neuen Kinder kümmern (auch durch eigens auf sie zugeschnittene Angebote). Sobald die Kinder allerdings mit der Kita und ihren Räumlichkeiten, Raumausstattungen und Materialien und mit den anderen Kindern wie pädagogischen Mitarbeiterinnen vertraut sind, sind sie quasi ’angekommen bzw. integriert‘...




Kapitel 3 Pädagogisches Leitbild und evangelisches Profil – “Mit Gott Groß werden“

Die Mitarbeiter/innen der evangelischen Kindertagesstätte Wackelzahn zeichnen sich durch eine christlich geprägte Grundhaltung aus, fördern bzw. erziehen die ihr anvertrauten Kinder im Geist des Evangeliums und orientieren sich dabei am christlichen Menschenbild des Angenommen- und Angewiesenseins bei gleichzeitigem Respekt vor der Würde eines jeden einzelnen Kindes/Familien-mitglieds.
Jedes Kind ist vor Gott gleich und einmalig und von Geburt an beschenkt mit allen Begabungen, die es zur Entfaltung und Gestaltung seines Lebens benötigt – unabhängig von seiner sozialen, kulturellen und religiösen Herkunft.

Gegenwärtig sind vier hauptamtliche Wackelzahnmitarbeiterinnen religionspädagogisch aus- bzw. weitergebildet – eine fünfte Kollegin wird die theologisch-religionspädagogische Grundqualifizierung Ende 2011 abschließen. Dadurch können wir im Wackelzahn regelmäßig Kinderandachten anbieten (unterstützt durch die Gemeindekantorin) und unter Mitwirkung unserer Gemeindepastorin einmal monatlich Kindergottesdienste in der Kirche durchführen.

Im Rahmen unseres Angebotes Biblische Geschichten erfahren unsere Kinder Erzählungen aus der Bibel, die z. T. die Grundlage aller drei großen monotheistischen Religionen  - Christentum, Islam und Judentum - bilden. Auf diese Weise versuchen wir, bei den Kindern ein empathisches ‘Gefühl’ für Toleranz und Verständnis im Verhalten und Kontakt zu Andersgläubigen zu entwickeln.
Denn: Grundlage für unser aller Zukunft (und ebenso die der nachfolgenden Generationen) ist neben der nachhaltigen Bewahrung der Schöpfung Gottes die Sicherstellung des Friedens und der sozialen Gerechtigkeit auf dieser Welt.

Der Wackelzahn wie auch die Gnadenkirchengemeinde sind verkündigende, kommunikativ-lebendige Orte, an dem christliche - und dabei auch für den Gottesdienst relevante - Rituale eingeübt, beten gelernt, die Bedeutung biblischer Geschichten erfahren und christliche Feste gefeiert werden. Kinder haben ein Recht auf Religion: Dabei verstehen sich Gemeinde wie Kita als Orte evangelischer Bildung mit ’offenen‘ Angeboten, in denen Kindern unter anderem Werte wie Vertrauen, Liebe und Glück vermittelt sowie das Nachdenken über Güte und Vergebung gefördert werden.

Zwecks Absprachen bzw. Beschlussfassungen zu konzeptionellen, personellen, baulichen oder sonstigen anschaffungsbezogenen Sachverhalten nimmt die Kita-Leitung regelmäßig an den monatlichen Träger- bzw. Kirchenvorstandssitzungen teil – ebenso wie an den i. d. R. 14-tägigen Mitarbeiterbesprechungen in der Gemeinde.
Auf der Basis dieser engen vertrauensvollen, partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit Kirchenvorstand und Gemeinde und auch den Eltern, ist es uns möglich, Anliegen und berechtigte Interessen unserer Kinder bzw. ihrer Familien offensiv in der Öffentlichkeit zu vertreten. Dazu kooperieren wir regelmäßig mit anderen Institutionen und Gemeinden des Stadtteils bzw. des Bezirks und suchen den Kontakt zu und den Austausch mit anderen Kulturen/Religionen.

Zunehmend wird auch das der Kita angeschlossene Evangelische Familienzentrum für kirchengemeindliches Arbeiten und Wirken genutzt: Seit März 2011 öffnet das Offene Nachbarschaftscafé, begleitet von den Pastorinnen der Gnadenkirche und der Leitung des Familienzentrums, jeden letzten Donnerstagnachmittag des Monats die Türen im Eltern-Kind-Treff für alle interessierte Menschen jeglichen Alters aus diesem Stadtteil.
Und ab Sommer 2011 wird eine feste Veranstaltungsreihe mit 3-4 Terminen pro Jahr zu (inter-)religiösen Themen und Fragestellungen starten, die sich ebenfalls an interessierte Menschen aus dem Stadtteil bzw. Bezirk wendet und mit dem Thema “Wenn Kinder nach Gott fragen“ beginnt…


Bewahrung der Schöpfung: Welchen Stellenwert haben bei uns Umwelt- bzw. Gesundheitserziehung?
       > Die Förderung und Erziehung der uns anvertrauten Kinder im Geist des Evangeliums: Das Wissen um die Liebe Gottes, die allem Leben gilt,                    soll unsere Kinder befähigen, Achtung vor dem anderen Leben und für die Bewahrung der Schöpfung zu entwickeln.
       > Das Erlernen, das Begreifen eines bewusst-nachhaltigen Umganges mit den natürlichen Ressourcen unseres Planeten: Gezielte Förderung des                Naturerlebens.
       > Die Wertschätzung jeglicher Lebens- und Kulturformen und das Anerkennen eines ‘existentiellen Rechts auf Leben’: Tiere und Pflanzen sind                     unsere ‘Partner’ auf dieser Welt – Menschen aus anderen Kulturen bzw. anderen Glaubens unsere Freunde.
       > Ganzheitliche Umwelterziehung bedeutet ebenfalls: Ein ausgewogenes Miteinander im Zusammenleben der Menschen von West nach Ost bzw.                Nord nach Süd.
           Wir suchen den Kontakt zu allen Menschen dieser Welt, unabhängig von ihrer Hautfarbe, unabhängig davon, ob sie arm oder reich sind, und                     respektieren ihren Glauben ohne uns und unseren Glauben zu verleugnen
       > Wir suchen regelmäßig (außerschulische) Lernorte auf, an denen unsere Kinder Erfahrungen in der Natur oder mit anderen Kulturen/Religionen                 machen können, z. B. die Naturschutzinformationshäuser in der Boberger Niederung oder in der Fischbeker Heide, ökologisch bewirtschaftete                 Bauernhöfe & Gärtnereien oder auch die neu erbaute Moschee in Hbg.-Bergedorf
       > Kooperationen mit Institutionen/Projekten aus dem Umweltschutz – u. a. mit der Umweltstiftung Save Our Future S.O.F. und mit dem                             Kirchenkreis im Rahmen seines Projektes KitaÖkoplus
Diese wesentlichen Aspekte zur Bewahrung der Schöpfung, zur Gesundheits-, Um- bzw. Mitwelt-erziehung bilden die Grundlage unserer täglichen Arbeit mit unseren Kindern. Sie finden sich wieder in dem Umgang mit bzw. zwischen unseren Kindern: in unseren Angeboten, in unseren Projekten, auf unseren regelmäßigen Ausflügen.
Gesellschaftlich bedeutende Umweltthemen wie z. B. der Klimaschutz oder ‘Grüner Strom‘ werden nicht nur bei der Angebots- bzw. jährlichen Projektplanung der Kita berücksichtigt – es wird grundsätzlich ein intensiveres Umweltprojekt im Jahr gemeinsam mit unseren Kindern umgesetzt (mit dem sich der Wackelzahn zugleich jährlich als Kita 21 durch die S.O.F. zertifizieren lässt) – sondern sie finden sich auch als entsprechende Informationsveranstaltungen für interessierte Menschen aus diesem Stadtteil/Bezirk im Programm des Ev. Familienzentrum Lohbrügge wieder.

Eltern wie Kinder können von den Mitarbeiter/innen der Kita Wackelzahn verlangen, in pädagogischer wie hauswirtschaftlicher Hinsicht optimal versorgt zu werden. Das bezieht sich u. a. auf
- eine ausreichende und ausgewogene, vollwertige Ernährung,
- optimale hygienische Standards und Verfahren in Anlehnung an ein vom Diakonischen Werk zur Verfügung gestelltes ‘Handbuch zum                              Rahmenhygieneplan‘, entsprechend dokumentiert durch ausgehängte Hygienepläne, die v. a. auch bei Auftreten von Infektionskrankheiten greifen,
- regelmäßige Schulungen/Belehrungen aller Kita-Mitarbeite/innen zum Infektionsschutzgesetz, und zu Hygienestandards insbesondere für das                  Hauswirtschafts- bzw. Küchenpersonal
- eine ’leistbare‘ Medikamentenvergabe an bedürftige Kinder nach Vorlage einer entsprechenden ärztlichen Verordnung und des elterlichen                        Einverständnisses
- Erste-Hilfe-Leistungen im Notfall.

Die Förderung zur hygienischen (Selbst-)Versorgung, Kenntnisse über den eigenen Körper oder über unsere hauswirtschaftliche Versorgung sind wichtige Bausteine unseres pädagogischen Alltags.
Regelmäßige Toilettengänge, das Wechseln der Kleidung bei Bedarf, regelmäßiges Händewaschen vor den Mahlzeiten für jedes Kind, regelmäßiges Zähneputzen bei den Ganztags- und Krippenkindern und kontinuierliche Zahnvorsorgeuntersuchungen bei den Elementarkindern sind ebenso wichtige Bausteine der einrichtungsinternen Gesundheitsvorsorge wie der umgehende Informationsaushang beim Auftreten von Infektionskrankheiten in der Kita und der damit verbundenen Pflicht der Eltern, unbedingt ein Attest bei Wiedergenesung ihres Kindes nach einer solchen Krankheit vorzulegen.
(V. a. in solchen Fällen erfolgt eine sofortige Kontaktaufnahme zum hiesigen Gesundheitsamt, dessen Mitarbeiter/innen unsere Einrichtung zudem regelmäßig bzw. mind. im zweijährigen Turnus auf die Einhaltung hygienischer Qualitätsstandards überprüfen).
Weiterhin müssen die Eltern der Kita-Leitung bei Betreuungsbeginn des Kindes sowohl das Vorsorgeheft (U1-U10) als auch den Impfausweis zur Überprüfung auf Regelmäßigkeit/Vollständigkeit bzw. Besonderheiten vorlegen. Und sie werden von den Kita-Mitarbeiterinnen/Patinnen frühzeitig auf die noch anstehenden Untersuchungstermine hingewiesen.


Eine gesunde, ausgewogene, vollwertige Ernährung spielt in der Kita eine ganz wichtige Rolle!
Auf themenbezogenen Elterninformationsabenden weisen wir bsplsw. darauf hin, dass nicht nur die Einwegverpackungen vieler Getränke und Speisen eine Belastung für die Umwelt darstellen, sondern oftmals deren Inhalte nicht zu einer kindgerechten, ausgewogenen Ernährung beitragen.
Die Kita kocht selbst!
Die Grundnahrungsmittel, die wir dabei verwenden, beziehen wir bei entsprechenden lokalen und regionalen Anbietern (u. a. Naturkosthandel Bode, der demeter- bzw. biolandzertifizierte Obst- & Gemüsehof Bencken, die Bioland-Fleischerei Fricke) – und dabei mittlerweile zu über 90% aus biologischem Anbau!
Ein fester Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit in diesem Bereich - der fühlbare Speiseplan: Für jeweils eine Woche bestückt eine Elementargruppe mit entsprechender pädagogischer Begleitung ein Regal im großen Kinderrestaurant mit den Lebensmitteln und Gewürzen, die auf dem Speiseplan für diese Woche stehen. Die ausgestellten Lebensmittel sind dann ständig für alle Kinder ‘begreif – und beschnupperbar‘!
Daneben spannen wir unsere Kinder neben der üblichen Gartenpflege insbesondere für die gemeinsame Bewirtschaftung unseres ca. 90 m2 großen Bauerngartens regelmäßig mit ein: Sie harken und schaufeln mit eigens für sie bereit gestellten Kinder-Gartengeräten und ernten die selbst gesäten und gepflanzten Kräuter, Gemüse- und Obstsorten, die ihr Garten bzw. das Kita-Außengelände insgesamt über das Jahr hergeben!

Unsere Küche bereitet mittlerweile täglich ein ganz spezielles Frühstücksangebot vor: das Gesunde, Ökologisch-Vollwertige Frühstück. Für einen geringen Unkostenbeitrag (gegenwärtig 70 Cent pro Tag oder regelmäßig 9 Euro pro Monat) können sich die Kinder am leckeren Frühstücksbüffet mit bsplsw. geschnetzelter Rohkost, selbst gemachten Quark- bzw. Joghurtspeisen, Bio-Marmelade, (überwie-gend Vollkorn-)Brot und Waffeln z. T. aus eigener Herstellung bedienen. Und: Das tägl. Gesunde Frühstück wird seit Sept. 2010 auch in der Krippe angeboten.
Wir verzichten weitestgehend auf Süßigkeiten jeglicher Art. Lediglich zu Geburtstagsfeiern und anderen Festen drücken wir ein Auge zu…

Gesundheitserziehung und -vorsorge heißt auch:
In der heutigen Zeit, in der natürliche, kindgerechte Frei- bzw. Bewegungsräume immer weniger weil anderweitig verplant bzw. verbaut werden, legen zum einen die päd. Mitarbeiter/innen der Kita Wackelzahn besonderen Wert auf Gesundheitsprävention durch eigene vielfältige Bewegungsangebote – z. B. verschiedene Lauf-, Sprung-, Wurf- oder Rhythmikspiele in unseren wöchentlichen ‘Turnstunden‘ für unsere Krippenkinder. Zur alltäglichen Schulung ihres Bewegungspotentials (Klettern, Rutschen, Schaukeln, Balancieren, Springen, Rollerfahren etc.) finden unsere Elementar- und Hortkinder insgesamt diverse Möglichkeiten sowohl in unserem neuen Bewegungsraum als auch auf unserem Außengelände vor. Zum anderen sieht die Leitung des Ev. Familienzentrum eines ihrer Hauptanliegen in der Programmgestaltung darin, den Eltern dieses Stadtteils regelmäßig über das Jahr neben Informationsveranstaltungen zu dem komplexen Thema ‘Gesundheitsvorsorge‘ ebenfalls entsprechende Eltern- und Eltern-Kind-Kurse mit Hilfe externer FachreferentInnen aber auch unter der Regie eigener Fachkräfte anzubieten (s. nächstes Kapitel).




Kapitel 4    dem Weg zu inklusiven pädagogischen Prozessen: Unsere Zusammenarbeit mit den Eltern →                                       Nutzungskonzept & Angebote im Ev. Familienzentrum

Von November 2002 bis zum Februar 2004 haben die pädagogischen Fachkräfte der Kita Wackelzahn an einer Fortbildungsreihe des Qualifizierungszentrums des Diakonischen Werkes in Hamburg zum Thema: „Herausforderungen für die Zukunft: Die Zusammenarbeit zwischen Kita und Familien/ Eltern“ teilgenommen.
Dieser mit sowohl externen wie auch betriebsinternen Veranstaltungs- bzw. Arbeitsprogrammen gespickte integrierte Qualitäts- und Personalentwicklungsprozess (IQUE) bezieht sich auf die o. g. Schlüsselsituation bzw. Herausforderung unter Berücksichtigung eines veränderten Elternbildes: „Eltern sind gleichermaßen unsere Kunden wie auch unsere Partner“!
Dem müssen wir uns im Hinblick auf
>  wechselnde, flexibilisierte Bedarfssituationen und gestiegene Ansprüche/Erwartungshaltungen der Eltern,
>  gesetzliche Regelungen zur umfassenden Mitbestimmung/Mitarbeit der Eltern
>  mögliche Wege der ‘Öffnung in den Stadtteil’ und der Schaffung eines guten Leumunds im selbigen
stellen: Das Leistungsangebot des Wackelzahn mit dem angeschlossenen Familienzentrum wird auf die sich stetig verändernden Bedürfnisse von Eltern und Kindern ausgerichtet und - je nach personellen, räumlichen oder finanziellen Kapazitäten/Ressourcen - dementsprechend erweitert: Beratungsangebote zu Familien- oder Erziehungsfragen - z. T. auch von den pädagogischen Mitarbei-ter/innen der Kita angeboten - und Bildungsangebote v. a. zu Fragen der Gesundheitsprävention, der gesunden Ernährung, dem Zusammenhang zwischen Gesundheit & Bewegung werden bereits über bzw. mit Kooperationspartnern aus der Jugend-/Familienhilfe und aus dem Kirchenkreis durchgeführt. Themen zu diesem weitläufigen Feld 'Gesundheit, Prävention und Gesundes Aufwachsen' sind ein wesentlicher Schwerpunkt der inhaltlichen Ausrichtung dieses Ev. Familienzentrums und nehmen dementsprechend viel Raum ein.
Ein weiterer wesentlicher Themenschwerpunkt wird die zukünftige Gemeindearbeit v. a. der drei Lohbrügger Gemeinden in diesem Familienzentrum zwecks Profilierung des christlich-evangelischen Leitbildes sein: An diesem Ort werden christliche Traditionen und Werte des Miteinanders gelebt und vermittelt, entsprechende Gesprächskreise initiiert und Familien in Fragen der sozialen und kulturellen Integration durch adäquate Angebote unterstützt.
Damit wäre ein dritter wesentlicher thematischer Aspekt dieses Familienzentrums begründet: Das Vorhalten von Bildungs- und Beratungsangeboten zu dem ebenfalls weitläufigen Spektrum der Inklusion bzw. der sozialen und kulturellen Integration in Zusammenarbeit mit entsprechenden Kooperationspartnern des Stadtteils/des Bezirks.
Um eine derartige thematisch-inhaltliche Ausrichtung eines zukünftigen Ev. Familienzentrum Lohbrügge an diesem Standort dauerhaft zu etablieren, werden dafür adäquate Raumressourcen vorgehalten:

Eltern-Kind-Treff (’Familienbegegnungsstätte’)
Dieser attraktive, tageslichtdurchflutete Raum - entwickelt in einer Kombination ausgemütlichen Aufenthaltsbereichen für Eltern und Kinder gleichermaßen und kindgerechten, altersspezifischen Spielecken (zzgl. attraktiver Sitzmöglichkeiten im Außenbereich während der Sommersaison) - steht für alle Wackelzahn- bzw. Lohbrügger Familien im Sinne eines stadtteilorientierten Kommunikations-zentrums offen. (In diesem Zusammenhang sind auch Angebote angedacht, die unter dem Punkt Raumnutzung (s. u.) nicht aufgeführt worden sind, sich aber durchaus auch zu regelhaften Angeboten weiter entwickeln könnten, z. B. ein ‘interkulturelles Elterncafé‘, Väter-Kinder-Frühstück bzw. Familien- Brunch am Wochenende).

In den päd. gestalteten Bereichen/Angebotsecken wird seit September 2010 eine Wackelzahn-Krabbelgruppe für ein- bis max. zweijährige Kinder, deren Eltern keine reguläre Kita-Betreuung in Anspruch nehmen können, einmal wöchentlich durch pädagogische Mitarbeiterinnen bzw. Honorarkräfte des Wackelzahn betreut. Mit diesem Angebot sollen an der Kita Wackelzahn interessierte Eltern bereits vor der Aufnahme in unseren Krippen- oder Elementarbereich einen Einblick in die pädagogisch-konzeptionelle Arbeits- und Angebotsstruktur des Kitabetriebes/Familienzentrums erhalten. Interessierte Eltern binden sich zudem per Vertrag zu diesem Angebot an die Einrichtung: Somit werden auch dadurch Kinder und Eltern schon weit früher in den Wackelzahn integriert.
Zudem ist es gewünscht, dass sich an diesem Ort ein regelmäßiger Offener Eltern-Kind-Treff (ohne Vertragsbindung!) für alle Familien der Kita/des Stadtteil etabliert. Eine kontinuierliche Betreuung/ Begleitung dieses Treffs würde dabei aber ausschließlich durch Ehrenamtliche/Eltern und/oder durch Freiwilligendienste (FSJ), auf Honorarbasis bzw. durch zusätzliches Aufbringen von Projekt-/Förder-geldern stattfinden bzw. gewährleistet werden.
Für die Krabbelgruppe und den Offenen Eltern-Kind-Treff von Mo. - Fr. gilt: Mittagstisch- und Frühstücksangebote können je nach Nachfrage bzw. Absprache mit der Kita-Küche an diesen Tagen grundsätzlich bereitgestellt werden!

Weiterhin ist dieser Raum offen für Veranstaltungen am Abend- bzw. am Wochenende, z. B. Eltern-/Familientreffs, (inter-)kulturelle und Gemeindeveranstaltungen wie u. a. das bereits angelaufene Krippenelterncafé und das Offene Nachbarschaftscafé oder Kindergeburtstage.
Dementsprechende Raumnutzungen werden mit der Leitung des Familienzentrums abgestimmt bzw. von ihr koordiniert, aber grundsätzlich in eigener Verantwortlichkeit durchgeführt, soll heißen: i. d. R. nicht begleitet durch Wackelzahn-Mitarbeiter/innen.

Multifunktionsraum
Aufgrund der freien (Bewegungs-)Fläche von ca. 35 qm und einem ’separaten‘ Abstellbereich f. Stühle, Klapptische, Turnutensilien ist dieser neue Bereich im Obergeschoss des Gebäudes ein pädagogisch hochwertiger Raum sowohl für die Kindertagesstätte als auch für unsere Kooperations-partner zwecks Durchführung v. Elternkursen & Eltern-Kind-Angeboten, bei Bedarf aber auch für die therapeutische Betreuung von Integrationskindern durch Mitarbeiter der bereits mit dem Wackelzahn kooperierenden ergo- bzw. physiotherapeutischen und logopädischen Praxen.
Weiterhin sind PC/Laptop, Beamer und Projektor für entsprechende Elternbildungskurse/Seminare vorhanden.
Alternativ eignet er sich als größere Freifläche hervorragend für freie und angeleitete Turn/Bewegungsangebote, da der Linoleumboden mit einer abfedernden Korkschicht unterlegt wurde.
Und: Nicht nur die Schul- bzw. Hortkinder machen hier ihre täglichen Hausaufgaben (bis auf freitags), sondern auch die Wackelzahn-Vorschulkinder, die Vorschulbande, nutzen regelmäßig diesen Raum für ihre schulvorbereitenden Projekte bzw. Angebote, z. B. für die wöchentlichen Proben zu den jeweiligen Kindermusicals...

Durchführung v. Eltern-Kind-Kursen und Elternkursen
a) mit den Schwerpunkten 'Bewegung & Entspannung' für kleinere Gruppen z. T. im Rahmen des Kirchenkreisprojektes Gesunde Eltern - Gesunde Kinder und der Ev. Familienbildungsstätte Offene Kirche Hamm-Horn, z. B. ‘Fit durch den Herbst & Winter‘ oder Delphi-Kurse (vorgesehen ab 2012).
b) im Rahmen des Projektes Gesunde Eltern - Gesunde Kinder mit der Ev. Familienbildungsstätte zu speziellen Erziehungs- und Gesundheitsthemen wie aktuell ‘Wann muss mein Kind trocken sein‘, ’Raus aus der Brüllfalle‘, ‘Sprechen Lernen braucht Begleitung‘, ‘Mein Kind am PC und im Internet‘…

Beratungsraum
Ein intimer und eine beruhigende Atmosphäre ausstrahlender Raum - eine unabdingbare Voraussetzung für z. T. schwierige Beratungs- bzw. Gesprächssituationen mit belasteten Familien/Eltern. Zudem wird dieser Raum außerhalb der Beratungs- und Gesprächszeiten als PC-Arbeitsplatz vom pädagogischen Personal der Kita Wackelzahn als auch von den ansässigen Kooperationspartnern genutzt, und zwar überwiegend von den KollegInnen des Projekts StabiLoh im Rahmen einer offenen Sprechzeit jeden Mittwoch von 11:00-13:00 Uhr und am gesamten Donnerstagnachmittag.
Daneben findet hier jeden 1. Donnerstag im Monat von 09:00 – 11:00 Uhr ein weiteres offenes Beratungsangebot in Kooperation mit den Mitarbeiter/innen des KiFaZ Lohbrügge statt.

Und: Pro Jahr führt jede Bezugserzieherin  bzw. Patin der Kita Wackelzahn 10-12 Elterngespräche vorwiegend zum Entwicklungsstand des jeweiligen Kindes durch - idealerweise ein Eltern-/Entwicklungsgespräch pro Jahr pro Kind. (Von dieser Regel sind die Hortkinder ausgenommen). Allerdings: Bei stark auffälligen Kindern gibt es grundsätzlich Gesprächsbedarf mit allen betroffenen Eltern, z. T. auch gemeinsam mit den KollegInnen aus der Jugend-/Familienhilfe (und ggf. mit den jeweiligen Lehrer/innen).




Kapitel 5  Kooperation und Vernetzung im Stadtteil/Bezirk

Zusammenarbeit mit den Schulen
Die Leitung wie auch die pädagogischen Fachkräfte stehen nicht nur mit den KollegInnen der benachbarten Grundschule Mendelstraße im ständigen Austausch, sondern auch mit fast allen anderen Schulen dieses Stadtteils –v. a. mit den Grundschulen Max-Eichholz-Ring, Leuschnerstraße und der Sprachheilschule Reinbeker Redder. Dabei geht es hauptsächlich um die gemeinsame Erhebung bzw. Abstimmung der Entwicklungsberichte für die ‘Viereinhalbjährigen‘, die als Grundlage für die Einschätzung der individuellen Persönlichkeitsentwicklung in Bezug auf die jeweiligen Kompetenzbereiche - insbesondere den Sprachentwicklungsstand - eines angehenden Vorschulkindes dienen.
Weiterhin findet ein intensivierter Austausch zwischen den Kita-Mitarbeiter/innen und der Grundschullehrerschaft im Rahmen einer sich gegenseitig ergänzenden bzw. befruchtenden Schulfähigkeitsdiagnostik für angehende Schulkinder statt, um mögliche Fehleinschätzungen hinsichtlich individueller kognitiver, emotionaler, sozialer und motorischer Fähigkeiten von vornherein auszuschließen.

Weitere beispielhafte Kooperationsprojekte mit den Schulen sind:
>  1-2 ‘Vorlesevormittage‘ pro Kita-/Schuljahr in der Kita mit Schülern aus den 4. Klassen der Schule Mendelstraße
>  Gemeinsame Vorschulprojekte in 2010 & 2011: naturwissenschaftliches Experimentieren mit dem EMA-Mitmachlabor und das Hundertwasserprojekt      – jeweils initiiert von der Kita Wackelzahn

Zusammenarbeit mit außerschulischen Bildungseinrichtungen
Im Sinne unseres pädagogischen Leitbildes (s. auch Kapitel 3) suchen die pädagogischen Fachkräfte des Wackelzahn gezielt und regelmäßig außerschulische Lernorte auf, an denen unsere Kinder Erfahrungen in der Natur bzw. mit natürlichen Phänomenen oder mit anderen Kulturen/ Religionen machen können, z. B.
>  die Naturschutz-Informationshäuser der Loki-Schmidt-Stiftung in den Boberger Niederungen bzw. in der Fischbeker Heide. Mit dem Infohaus im              NSG Boberg verbindet uns nicht nur die räumliche Nähe, sondern seit 2006 auch eine intensive Zusammenarbeit im Rahmen unserer Vorschularbeit
>  mit der Umweltstiftung Save Our Future S.O.F. ist der Wackelzahn ebenfalls schon in einer langjährigen Kooperation/Partnerschaft verbunden: Seit         2005 bzw. mit Beginn der Kooperation mit den u. g. Einrichtungen aus Prag, die von der S.O.F. fachlich z. T. mit begleitet wurde, bis heute im                Rahmen der von der S.O.F. jährlich vergebenen Kita-21-Auszeichnung für Kindertagesstätten, die (mind.) ein zertifizierungswürdiges BNE-Projekt            (BNE = Bildung für nachhaltige Entwicklung) pro Jahr mit ihren Kindern durchführen und entsprechend dokumentieren
>  mit den ÖkotrophologInnen und PädagogInnen des Ökomarkt e. V. Schulprojekt, die für uns und unsere Kinder Führungen über ökologisch                      bewirtschaftete Bauernhöfe und Gärtnereien veranstalten
>  mit dem EMA-Mitmachlabor: Regelmäßige gemeinsame Angebote/Projekte zum Experimentieren mit den Wackelzahn-Vorschulkindern zu                      naturwissenschaftlichen Phänomenen
>  das Kulturzentrum LOLA mit seinem Kinder- und Kulturhaus (KiKu) und das Mehrgenerationen-/Bürgerhaus Haus Brügge in Lohbrügge, z. B. im              Rahmen unseres diesjährigen Hundertwasserprojektes und des Theaterprojekts Wüstenschiff der LoLa in diesem Sommer, an dem auch einige              Wackelzahn-Hortkinder mitgewirkt haben…
Die pädagogischen Fachkräfte dort vor Ort ergänzen durch ihre Kompetenzen bzw. ihre fach- und altersgerechte Aufbereitung des Lehrstoffes unsere bereits geleistete pädagogische ‘Vorarbeit’ – des Öfteren auch im Rahmen von mehrwöchigen Projekten. Grundsätzlich werden diese Projekte in der Kita entsprechend auch ‘nachbereitet’, sodass den Kindern nicht nur die thematischen Zusammenhänge verdeutlicht, sondern diese Erfahrungen und Erlebnisse auch nachhaltig im Bewusstsein verankert werden.

Während der 2. Jahreshälfte 2004 hat sich eine für die Kita Wackelzahn ganz besondere Kooperation entwickelt: Zustande gekommen über die Internationale Gesellschaft für Umwelterziehung und –aufklärung IGU hat sich mittlerweile ein intensiver Austausch zwischen unserer Kita, der Materska Skola (=Kindergarten) Sluničko und der Materska Skola Seminko des Prager Umweltzentrums Toulcuv Dvur entwickelt. Zuerst kam es dabei zu gegenseitigen Hospitationen auf pädagogisch-fachlicher Ebene. Seit 2006 wurde dann der Austausch von Erzieher/innen-Eltern-Kind-Gruppen realisiert: Im Rahmen gemeinsamer ‘interkultureller und generationenübergreifender‘ Umweltprojekte für Kinder im Vorschulalter, begleitet von jeweils einem Elternteil, fanden bislang insgesamt vier gemeinsame Projektwochen mit der Materska Skola Sluničko statt – 2006 & 2010 in Prag bzw. 2007 & 2009 in Hamburg!

Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden und Einrichtungen des
Kirchenkreises Hamburg-Ost
Im vorherigen Kapitel wird die seit nunmehr vier Jahren andauernde Zusammenarbeit der Kita Wackelzahn und des angeschlossenen Ev. Familienzentrums mit den Mitarbeiterinnen des Kirchenkreisprojektes Gesunde Eltern – Gesunde Kinder ausführlich beschrieben. Diese Kooperation wird seit 2009 durch Mitarbeiter/innen bzw. ReferentInnen der Evangelischen Familienbildungsstätte Hamm-Horn bereichert. Zudem haben haupt- wie ehrenamtliche Mitarbeiter aller drei evangelischer Gemeinden in Lohbrügge nebst einer Fachberaterin des Kirchenkreises Hamburg-Ost die konzeptionelle Arbeit und (Angebots-)Ausrichtung des Ev. Familienzentrums Lohbrügge von Beginn an mit entwickelt und werden zukünftig auch offene Veranstaltungen wie das Nachbarschaftscafé und die Themenreihe unter dem Motto ’Kinder fragen nach Gott‘ hier vor Ort mit begleiten bzw. anbieten.

Seit Ende 2003 nimmt die Kita an dem Projekt ‘Kita Ökoplus’ des UmweltHauses am Schüberg teil. Dieses Projekt trägt dazu bei, dass Kindertagesstätten ihre Möglichkeit als Multiplikatoren nutzen und bei den Kindern (sowie bei den Eltern) Kreativität und Engagement für die Bewahrung, den Erhalt der natürlichen Ressourcen als unabdingbare Voraussetzung für eine (über-)lebensfähige und -werte Welt wecken. Dazu erstellte das Kita-Ökoplus-Team in Zusammenarbeit mit den hiesigen pädagogischen Fachkräften eine Bestandsaufnahme mit entsprechenden Verbesserungsmaßnahmen in den Bereichen (regenerative) Energie und Wasser, gesunde und energieeffiziente Baumaterialien, gesundes Spielzeug und gesunde Ernährung, Abfall und Hygiene, Naturerleben bzw. naturnahes Außengelände und soziale Vernetzung. Die Kita Wackelzahn ist mittlerweile vom Kirchenkreis/ UmweltHaus am Schüberg für ihre vorbildliche, umweltbezogene, ressourcenschonende Arbeit/ Ausstattung in all den aufgeführten Bereichen zertifiziert worden!

Zusammenarbeit mit Trägern der Jugend-und Familienhilfe & dem ASD
Es gibt einen großen Bedarf an familien- bzw. eltern-/kindorientierten beratenden, bildenden und betreuenden Angeboten in diesem problematischen Stadtteil. Somit kommt der Kindertagesstätte Wackelzahn mit dem angeschlossenen Ev. Familienzentrum Lohbrügge die herausfordernde Aufgabe zu, diese Bedarfe zeitnah zu erkennen und im Rahmen seiner Möglichkeiten bzw. in Kooperationen mit den Einrichtungen der Jugend- und Familienhilfe zu bedienen. Denn v. a. auch am hiesigen Standort kommt der Erstkontakt zu den Eltern & Kindern bzw. Familien zustande: Hier werden die ersten Erfahrungen ausgetauscht, die ersten Nöte und Probleme kommuniziert, aufgegriffen und entsprechende Lösungsstrategien bzw. -angebote gemeinsam entwickelt. Dabei können die Eltern der Kita wie auch aus dem gesamten Stadtteil/Bezirk auf folgende unterstützende Angebote an diesem Standort zurückgreifen:
>  Das SAE-Projekt StabiLoh steht für stabilisierende, ressourcenaktivierende Familienberatung: Niedrigschwellige, bei Bedarf umgehend                            aufgenommene - häufig ohne unmittelbares Einschalten des Jugendamtes bzw. ASD - systemisch angelegte Eltern- und Familienberatung soll                 helfen, dass belastete Familien/Eltern durch rechtzeitig einsetzende Hilfen sich nicht zu so genannten ‘kostenaufwendigen HzE-Fällen' (HzE =                 Hilfen zur Erziehung) entwickeln.
>  Mit den Mitarbeiter/innen des KiFaZ Lohbrügge findet in Anlehnung an aktuelle Bedarfe - v. a. auch für Migrantenfamilien – einmal pro Monat bzw. je         nach Vereinbarung (und nach Absprache auch im KiFaZ) eine offene, jeweils zweistündige Sprechzeit für Alltags-, Job- und Schuldnerberatung statt.
> Zudem nimmt die Kinderschutzbeauftragte aus unserer Kita regelmäßig an den vom ASD initiierten Netzwerktreffen Kinderschutz des Bezirks                   Bergedorf teil.




Anhang

Auf dem Weg zu inklusiven pädagogischen Prozessen: intensivierte Sprachförderangebote

Einführung: Grundsätzliches
Seit dem 01.03.2004
1 gibt es ein spezielles Sprachförderungsprogramm in der Kita Wackelzahn für Kinder mit Migrationshintergrund bzw. mit Sprachentwicklungsverzögerungen und –störungen. Damals nahmen 19 Elementarkinder im Alter von 3-6 Jahren an diesem Programm teil. In 2010/2011 werden mittlerweile fast 40 Kinder aus dem Elementar- und Vorschulbereich gefördert.
Zwei Erzieher/innen der Kita sind hauptverantwortlich für die Durchführung der Sprachförderungs-angebote: Sie stellen alters- bzw. leistungshomogene Gruppen zusammen, schaffen angemessene Lernbedingungen in den entsprechend regelmäßig wechselnden Räumlichkeiten und planen den gesamten methodisch-didaktischen Jahreszyklus. Zudem dokumentieren sie die einzelnen Unterrichtsmodule/-sequenzen sowohl für die KollegInnen als auch für die Eltern. Dafür haben sie regelmäßig eine Stunde Vorbereitungszeit pro Woche zur Verfügung.
Weitere drei Honorarkräfte verwenden die jeweiligen Lerneinheiten für die regelmäßig einmal wöchentlich durchgeführten Sprachförderungsangebote für ihre jeweiligen Klein(st)gruppen (s. u.).
Seit 2010 praktiziert eine der drei Honorarkräfte gemeinsam mit zwei weiteren Erzieherinnen aus dem Elementarbereich das Sprachförder-Projekt Schlaumäuse für drei Gruppen á 4 - 6 Kinder im Alter von mindestens vier Jahren: Die Kinder werden über diese PC-Lernsoftware nicht nur an die deutsche Sprache herangeführt, sondern bekommen den ersten Einstieg in die Computertechnik, indem sie bsplsw. unter Anleitung der Kolleginnen das Innenleben eines Rechners oder einer Computermaus bestaunen können!

zeitlich-organisatorischer Aufwand
Gegenwärtig werden alle Sprachfördergruppen regelmäßig jeden Mittwoch unterrichtet, und zwar – je nach Verfügbarkeit bzw. Besetzung – von mind. einer der beiden für die Sprachförderung hauptverantwortlichen Mitarbeiter/innen und einer Honorarkraft.
Die Fördergruppen selbst bestehen aus je 9-12 Kindern (Stand 2010/2011). Dabei sind die 3-/4-jährigen max. nur zu neunt, während die angehenden Vor- bzw. Schulkinder ggf. in etwas größeren Gruppen lernen.
Gegenwärtig betreut das Team die Fördergruppen mittwochs vormittags von 09:15 – 11:15, d. h. jede Gruppe für max. 40 min (wobei die älteren Kinder etwas länger gefördert werden, während bei den jüngeren auch schon mal nach 30 min Schluss ist). Für die dafür entsprechend notwendigen Vor- und Nachbereitungszeiten hat jede Mitarbeiterin des Teams noch mal ca. 0,5 Std./Woche zur Verfügung.
Zusätzlich werden nach Möglichkeit einmal pro Woche sprachförderungsspezifische Angebote im Rahmen der Morgenkreise von den jeweiligen Kolleginnen durchgeführt.
Besonders förderbedürftige Kinder erhalten quasi auch eine Einzelförderung bzw. werden in Klein(st)gruppen mit max. 4 Kindern gefördert. Dies wird einmal pro Woche von unseren Honorar-kräften für noch mal jeweils ca. 20 min pro Kind/Kleingruppe geleistet.
Dieses Angebot lässt sich auch nur deswegen verlässlich aufrechterhalten, weil die Kita durch die finanziellen Zuwendungen seitens der Fachbehörde die beiden für die Sprachförderung verantwortlichen Erzieherinnen grundsätzlich für die dafür verwendete Zeit freistellen (und darüber hinaus noch drei weitere Honorarkräfte beschäftigen) kann. Das betrifft v. a. den Aufwand für die Fortbildungsmaßnahmen der beiden hauptverantwortlichen KollegInnen und die Durchführung der HAVAS
2 bei den Vorschulkindern.

Dabei sind in Projektform eingebundene Angebote in ihrer Effektivität, in ihrem Erfolg hinsichtlich der Entwicklung sprachlich-kommunikativer Kompetenzen praktisch nicht ’messbar‘ Fakt ist, dass in speziellen Projektsequenzen Gelerntes zu Themen wie “Frühlingsboten“ oder “Tiere auf dem Bauernhof“ im Rahmen mehrwöchiger Projekte und regelmäßiger Ausflüge z. B. zu Ökobauernhöfen oder ins NSG Boberger Niederung) ständig gezielt wiederholt und dadurch gefestigt wird.

methodisch-didaktischer Aufwand
Grundlegender Ansatz für die Umsetzung der im weiteren Verlauf aufgeführten Lehr- bzw. Lernmodule ist die Berücksichtigung sowohl bereits vorhandener Kenntnisse/Fähigkeiten als auch der Bedeutung der unterschiedlichen, individuellen Lebenssituationen und des entsprechenden kulturellen Kontextes der zu fördernden Kinder - was sich unmittelbar auf eine dementsprechende Einteilung der Gruppen auswirkt. Alle Wackelzahn-Mitarbeiter/innen sind sich der Bedeutung der Erstsprache der zu fördernden Kinder als Grundlage für ein affektiv-kognitives Erlernen von Begrifflichkeiten bzw. semantischen Basisstrukturen und deren Bedeutung für das Erlernen der Zweitsprache überhaupt bewusst. Somit betrachten wir die Sprachförderung auch als einen wesentlichen Beitrag zur interkulturellen Erziehung und somit als einen bedeutenden Baustein unserer pädagogischen Gesamtkonzeption.
  
Das Sprachförderunterrichtsjahr wird i. d. R. in mehrere, teilweise aufeinander aufbauende thematisch-methodische Bausteine mit dementsprechenden Lernzielen gegliedert.
Zu Beginn eines Sprachförderjahres im September stehen zunächst einmal die Kinder gewissermaßen selbst im Vordergrund: „Wie heiße ich? Wie sieht mein Körper aus bzw. wie heißen die einzelnen Körperteile? Was ziehe ich am liebsten an? Was esse ich gerne? Wie gestaltet sich mein Tagesablauf?“ – mit diesen Fragen beschäftigen sie sich, unterstützt durch unterschiedlichste Lernmaterialien wie Kartenlegespiele, Ausmalbilder, Namensspiel, Lieder, der ’gepackte‘ Koffer etc.
Danach wird der Herbst thematisiert: „Welches Obst und Gemüse gibt es zu dieser Jahreszeit (z. B. in unserem Außengelände/Bauerngarten)? Welche unterschiedlichen Formen und Farben kommen da vor? Wie riecht und schmeckt es? Welche Tiere/Vögel kann man noch beobachten?“ – dazu unter-nehmen wir u. a. Ausflüge in den Wald und zu den Ökobauernhöfen bzw. –gärtnereien.
Der Winter- mit der (Vor-)Weihnachtszeit nimmt einen großen Raum in unserer Sprachförderung ein – sowohl zeitlich als auch thematisch: „Welche Tiere schlafen im Winter? Was ziehe ich im Winter an? Was bedeuten Advent und Weihnachten? Woraus besteht ein Adventskranz?“ - die Kinder basteln einen solchen Adventskranz, erfahren Grundsätzliches über die christlich-religiöse Bedeutung des Weihnachtsfestes, backen für den Nikolaus/Weihnachtsmann, singen Winter-, Advents- und Weihnachtslieder, feiern vier Adventskindergottesdienste und einen großen Familienweihnachts-gottesdienst in der Gnadenkirche.
Bevor die Frühlingsboten und das Osterfest themenbeherrschend sind, wird auch unser jährliches Faschingsfest für die Sprachförderung ’eingespannt‘: „Als was will ich mich verkleiden? Welche Blumen und Tiere kündigen den Frühling an – welche Farben prägen diese Jahreszeit? Welche Bedeutung hat das Osterfest für unsere Kultur/Religion (und was hat der Osterhase damit zu tun)?“ - Lieder, Tänze, Sing- & Fingerspiele, das Anfertigen unterschiedlichster Kostüme, Karnevals-geschichten, Begrifflichkeiten und Farbbestimmungen zu Blumen und Blüten, Bastelaktionen mit Osterhasen und Osterküken sind prägende pädagogische Inhalte und Methoden für diesen Zeitraum.
Den Abschluss eines Sprachförderjahres bildet der sich ankündigende Sommer: „Was schwirrt in der Luft herum? Was wächst in unserem Garten? Was lebt und wächst auf dem Bauernhof?“ – die Kinder entdecken und formulieren mittlerweile Gegensätze (groß↔klein, süß↔sauer, kalt↔warm, Sommer↔Winter) und machen diese aber auch sich selbst wieder zu gemeinsamen Themen. Fragestellungen, mit denen sie sich schon zu Beginn des Kitajahres – sprich: im vorherigen September – beschäftigt haben, sind wieder an der Tagesordnung (bzw. werden noch mal wiederholt), z. B. „Sommerzeit ist Urlaubszeit – was muss ich alles in meinen Koffer packen??“






Wesentliche Wackelzahn-Regeln für Kinder, Eltern und Erzieher

 

Krippe

 Elementar

 Hort

allgemein

Es gibt einen festen Mitbringetag für eigenes Spielzeug (gegenwärtig jeden Montag) – aller-dings kein Kriegsspizeug!!

Wir bringen keine Süßig-keiten von zu Hause mit

siehe Krippe

                                                                                                                                               siehe Krippe

siehe Krippe

 

siehe Krippe

 im Haus

Wir gehen nicht an die Fächer bzw. Sachen anderer Kinder

Die Kinder sind nicht alleine, d. h. ohne jegliche Beobachtung in den Funktionsräumen                                                                                                                                                                                                                                                                    Der gesamte Bereich darf nicht mit Straßen-schuhen betreten werden!

                   siehe Krippe

siehe Krippe

                                                                                               siehe Krippe                         (Im Bedarfsfall sollte eine Erzieherin nur kurzfristig den Raum verlassen – dadurch bleibt der Eindruck der ‘gefühlten Kontrolle’ bei den Kindern bestehen…)

Im Eingangs- bzw. Garderobenbereich die Straßenschuhe bitte ausziehen!
Keine Straßenschuhe im Katzen- und   Eichhörnchenraum erlaubt

                 siehe Krippe                                                                                                                                                                           Die Schulis dürfen nach Absprache und bei Einhaltung der raumspezifischen Regeln alleine in den Gruppenräumen spielen

                                                                                           siehe Elementar

Außengelände

Die Erzieher/innen helfen den Kleinen beim Anziehen                                                                                                                                 Alle Kinder werden im Außengelände ‘beaufsichtigt’                                                                                                                          Die Kinder dürfen nicht auf Bäume oder Spielhäuser klettern                                                                                                                                                                     Blumen/Blätter/Zweige oder Pilze dürfen nicht abgerissen werden!

Die Kinder ziehen sich weitestgehend alleine an!                                                                                                                                                                                                                              siehe Krippe                                                                                                                                                                           Die Kinder dürfen klettern, allerdings nur unter ‚Aufsicht’, da z. T. der Fallschutz nicht ausreichend ist!                                                                                                                                   siehe Krippe                                    

Die Schulis ziehen sich alleine an!                                                                                                                                                                                                                                        Die Schulis dürfen allein nach draußen und werden nur gele-gentlich ‚kontrolliert’                                                                                    Die Kinder dürfen auch unbeaufsichtigt klettern – allerd. dann nicht auf die Bäume!                                                                                                                                                                               siehe Krippe                                                                           


  1Die teaminternen Vorbereitungen zu den Durchführungsmodalitäten von Sprachförderung in der Kita Wackelzahn begannen schon im Januar 2004 (bzw. mit dem Konzeptionstag im November 2003). Ab März starteten dann die ersten Unterrichtseinheiten…

  2HAVAS – “Hamburger Verfahren zur Analyse des Sprachstandes bei 5-jährigen“. Im Oktober/ November 2004 haben die Kolleginnen damit begonnen, entsprechende Untersuchungen vorzubereiten bzw. durchzuführen!

 

 

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