Sprachförderung

Vier Erzieher/innen der Kita – darunter drei KitaPlus-Fachkräfte – sind hauptverantwortlich für die Strukturierung der Sprachförderangebote: Im Rahmen der Einzel- und Kleingruppenförderung stellen sie alters- bzw. leistungshomogene Gruppen zusammen und planen den gesamten methodisch-didaktischen Jahreszyklus, auf denen auch alle pädagogischen Fachkräfte im Rahmen ihrer täglichen alltagsintegrierten Sprachförderangebote zurückgreifen können. Dafür stehen Ihnen prinzipiell entsprechende Vorbereitungszeiten zur Verfügung. Zwei weitere Honorarkräfte verwenden die jeweiligen Lerneinheiten für die regelmäßig einmal wöchentlich durchgeführten Sprachförderangebote für ihre jeweiligen Kleingruppen (z. B. im Rahmen des Projekts Schlaumäuse, s. u.).
Grundlegender Ansatz für die Umsetzung der ausgearbeiteten Lehr- bzw. Lernmodule ist die Berücksichtigung bereits vorhandener Kenntnisse/Fähigkeiten und der unterschiedlichen, individuellen bzw. kulturellen Lebenskontexte der zu fördernden Kinder.
Grundsätzlich sind alle Wackelzahn-Mitarbeiter/innen aufgefordert, im Kita-Alltag bzw. in den Gruppen sprachfördernde ‚Lern-Settings‘ einzurichten (= alltagsintegrierte Sprachförderung) und diese sowohl in ihren Wochenplänen als auch in den Portfolios der Kinder entsprechend zu dokumentieren. Alle sind sich dabei der Bedeutung der Erstsprache der zu fördernden Kinder als Grundlage für ein affektiv-kognitives Erlernen der Zweitsprache bewusst und betrachten diese Förderung somit als einen wesentlichen Baustein für gelingende Inklusion.
Dabei initiieren die Wackelzahn-Fachkräfte pädagogische Settings mit hohem Aufforderungscharakter zum Sprechen, unterstützen vorbildhaft ihre Handlungen/Aktivitäten mit Sprache, Gestik und Mimik, entwickeln immer wiederkehrende Rituale und regen auf diese Weise die Kinder zum Sprechen an.
Die Sprachförderung erfolgt somit systematisch und kontinuierlich bzw. alltagsintegriert, aber auch explizit individualisiert:
→ Tägliche, alltagsintegrierte Sprachförderangebote in allen Elementar- & Krippengruppen: bsplsw. werden im Rahmen der täglichen ‚Rituale‘ wie Morgenkreise und Essenszeiten (aber auch in mehrwöchigen Projekten) Sprachlernerfahrungen gefestigt
→ Kleingruppen à 5 – 9 Kinder in wechselnden Räumlichkeiten bzw. Lernbereichen (tlw. In den Gruppenalltag integriert)
→ Einzelförderung max. in 2-er-Gruppen: Diese Kinder werden explizit von den KitaPlus-Fachkräften und von den Honorarkräften mind. einmal wöchentlich pro Kind gefördert – wechselweise im Einzelsetting als auch gruppenintegriert
→ Zusätzliche Fördereinheiten pro Woche durch die KitaPlus-Fachkräfte u. a. für die extrem förderbedürftigen Vorschulkinder, z. T. in die Vorschularbeit integriert
→ Das logopädisch-therapeutische Angebot findet überwiegend in der Einzelförderung statt
→ Der ‘idealerweise‘ fast täglich stattfindenden ‚Wackelzahn-Vorleseclub‘ zw. Förderung der Lese-Neugier und des Sprachempfindens sowohl für Elementar- als auch Krippenkinder für kleinere Gruppen mit ca. 10 Kindern!
Mittlerweile öffnet an jedem Offenen Tag (gegenwärtig immer mittwochs) im hinteren Séparée des Kinderrestaurants unsere Wackelzahn-Bücherhalle für neugierige Kinder ab (fast) drei Jahren, die in ruhiger Atmosphäre entspannt in thematisch aufeinander abgestimmte (Bilder-)Bücher schnüffeln wollen – unterstützt von vorher von der KitaPlus-Fachkraft gut darauf vorbereiteten älteren (Vorschul-)Kindern, die ihnen die Inhalte der Bücher erklären können!
→ Das PC-Projekt Schlaumäuse in drei Kleingruppen à max. 4 Kinder ab 4 Jahren: Kinder mit einem besonderen Sprachförderbedarf lernen 1x pro Woche zusammen mit deutsch-sprachigen Kindern, begleitet von einer KitaPlus-Fachkraft bzw. zwei Honorarkräften, die deutsche Sprache mit Hilfe einer besonderen, zertifizierten Sprachlernsoftware
→ Zwei Theaterwochen pro Jahr in Zusammenarbeit mit dem Kinder- & Kulturhaus Lohbrügge KiKu für die Viereinhalbjährigen bzw. Wackelzahn-Vorschulkinder mit erhöhtem Sprachförderbedarf!
Dazu: 1x pro Jahr über eine Woche ein selbst gestaltetes Puppentheaterprojekt Theater in der Kiste in Zusammenarbeit mit einer Bühnenbildnerin & Pädagogin aus Berlin.
→ Einmal pro Jahr über je 1 Woche: Ein Projekt zum Thema ’Kunst & Kirche‘ mit Schwerpunkt auf der Sprachförderung, durchgeführt von einer externen Referentin: Elementar- wie Vorschulkinder erfahren vieles über das Leben eines speziellen Künstlers (Hundertwasser, van Gogh, Matisse, Marc) und arbeiten bzw. gestalten wie dieser…
→ Seit dem Schuljahr 2013/2014 wird ein Family-Literacy-Café (= FLY-Café) von unserer KitaPlus-Fachkraft in Zusammenarbeit mit der Grundschule Mendelstraße angeboten.
→ An Deutschkurse interessierte Eltern werden an entsprechende Institutionen des Stadtteils weitervermittelt (KiFaz Lohbrügge, Internationaler Bund, Dt. Angestellten-Akademie DAA…) bzw. erhalten dazu mehrsprachige Info-Flyer…
Das Sprachförderunterrichtsjahr wird – wie bereits erwähnt – in mehrere, teilweise aufeinander aufbauende thematisch-methodische Bausteine gegliedert.
Zu Beginn eines Sprachförderjahres stehen zunächst einmal die Kinder gewissermaßen selbst im Vordergrund: „Wie heiße ich? Wie heißen die einzelnen Körperteile? Was ziehe ich am liebsten an? Was esse ich gerne? Wie und wo wohne ich?“ – Mit diesen Fragen beschäftigen sie sich, unterstützt durch unterschiedlichste Lernmaterialien wie Kartenlegespiele, Ausmalbilder, Namensspiele, Lieder, der ’gepackte Koffer‘, selbst erstellte Stadtpläne etc.
Danach wird der Herbst thematisiert: „Welches Obst und Gemüse gibt es zu dieser Jahreszeit (z. B. in unserem Außengelände/Bauerngarten)? Welche unterschiedlichen Formen und Farben kommen vor? Wie riecht und schmeckt es? Welche Tiere/Vögel kann man noch beobachten?“ – Dazu unternehmen wir mit den Kindern u. a. Ausflüge in den Wald und zu den Ökobauernhöfen bzw. –gärtnereien.
Der Winter- mit der (Vor-)Weihnachtszeit nimmt einen großen Raum in unserer Sprachförderung ein: „Welche Tiere schlafen im Winter? Was ziehe ich im Winter an? Was bedeuten Advent und Weihnachten, z. B. auch für unsere Kinder muslimischen Glaubens?“ – Die Kinder basteln Adventskränze, erfahren Grundsätzliches über die christliche Bedeutung des Weihnachtsfestes, singen Winter-, Advents- & Weihnachtslieder, feiern Advents- und Familienweihnachtsgottesdienste.
Bevor die Frühlingsboten und das Osterfest themenbeherrschend sind, wird auch unser jährliches Faschingsfest für die Sprachförderung ’eingespannt‘: „Als was will ich mich verkleiden? Welche Blumen und Tiere kündigen den Frühling an – welche Farben prägen diese Jahreszeit? Welche Bedeutung hat das Osterfest für unsere, aber auch für andere Kulturen/Religionen?“ – Lieder, Tänze, Sing- & Fingerspiele, das Anfertigen unterschiedlichster Kostüme, Begrifflichkeiten und Farbbestimmungen zu Blumen und Blüten, Bastelaktionen zu Ostern und der große Ostermontag-Familiengottesdienst mit anschl. Brunch aus der Kita-Küche sind prägende pädagogische Inhalte/Methoden in dieser Zeit.
Den Abschluss eines Sprachförderjahres bildet der sich ankündigende Sommer: „Was schwirrt in der Luft herum? Was wächst in unserem Garten? Was lebt und wächst auf dem Bauernhof?“ – Fragestellungen, mit denen die Kinder sich schon zu Beginn des Kitajahres beschäftigt haben, und auch die entsprechenden Ausflüge dazu (bsplsw. zu den Bio-Bauernhöfen) sind wieder an der Tagesordnung…
Die für die Sprachförderung verantwortlichen KitaPlus- bzw. päd. Fachkräfte führen mit den Vorschulkindern regelmäßig Feststellungen ihres Sprachentwicklungsstandes nach HAVAS durch, dokumentieren diese für ihre weitere methodisch-didaktische Planung bzw. für entsprechende Fördermaßnahmen als wichtige Grundlage für die Entwicklungsgespräche mit den jeweiligen Eltern und den Grundschulen. Zudem unterstützen sie die Eltern darin, auch im Familienalltag sprachförderliche Bedingungen herzustellen.